Probleme lassen sich durch einfache Massnahmen vermeiden Die Studie bezieht sich auf den «normalen» Haushaltsabfall, also auf Altpapier, Altglas, Kunststoffverpackungen und Restmüll, die in Deutschland jeweils separat entsorgt werden. Um die bestehenden Entsorgungssysteme vor schädlichen Einflüssen durch den Eintrag von RFID-Tags zu schützen, haben die Wissenschaftler sowohl RFID-Hersteller als auch Entsorger in ihre Abschätzungen einbezogen. Dazu Empa-Forscher Lorenz Hilty: «Wenn es gelingt, die Probleme rechtzeitig gemeinsam mit den Herstellern der «Smart Labels» und den Entsorgern anzugehen, lassen sich einfache Lösungsstrategien finden. Beispielsweise wird Schaden beim Glasrecycling schon dadurch vermieden, wenn die Tags nur in die Banderolen der Bierflaschen und Gurkengläser integriert und nicht auf den Glaskörper selbst geklebt werden.» Ähnliches gilt laut Hilty für Kunststoffverpackungen wie PET-Flaschen. Wird hier nur die Banderole «getagt» und im Entsorgungsprozess rechtzeitig von der Flasche abgetrennt, dann werde das Plastikrecycling nicht beeinflusst.
Die Forscher empfehlen daher, potentielle Probleme vorausschauend in einem Dialog zwischen RFID-Herstellern, Anwendern und Entsorgern zu entschärfen, beispielsweise mit der Vereinigung der deutschen Glasindustrie (HVG), dem Branchenverband BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. oder dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. «Aufgrund der konstruktiven Beteiligung zahlreicher Verbände an der Forschungsarbeit schätzen wir die Chancen für einen solchen Dialog als sehr gut ein», so Studienleiter Erdmann.
Christian Herzog vom Branchenverband BITKOM ist ähnlich optimistisch: «Es ist zu begrüssen, dass das Thema sehr frühzeitig adressiert wurde. So können die RFID-Anbieter sensibilisiert werden, Recyclinganforderungen bereits in der Entwicklung zu berücksichtigen. Den geforderten Dialog unterstützt der BITKOM auch gerade deshalb, weil RFID-Tags potentiell positive Effekte bei der Separation von Stoffströmen haben können, dies wird zunehmend Raum in der Diskussion einnehmen.»
In der Schweiz wurde die Frage des Einflusses von RFID-Etiketten auf das Abfallsystem im Zusammenhang mit Gesundheitsfragen vom Bundesamt für Gesundheit BAG untersucht. Bezüglich der stofflichen Auswirkungen zeigte sich ein ganz ähnliches Ergebnis wie in der aktuellen UBA-Studie, die allerdings laut Empa-Forscher Lorenz Hilty deutlich umfassender ist. Sollte der Schweizer Einzelhandel RFID-Etiketten flächendeckend einführen, so müsste der Dialog zwischen Herstellern und Entsorgern hierzulande erst noch angestossen werden, so Hilty. |