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Nummer 23 (Oktober 2008) / Fokus: Ökobilanzen

Neues ist zwar häufig besser. Doch in erster Linie ist es – nun ja, neu. Und unbekannt. Deshalb wirft es Fragen auf. Dies gilt auch für innovative Technologien wie die Nanotechnologie. Einerseits verspricht die atomare und molekulare Materialwissenschaft unzählige neuartige Werkstoffe mit massgeschneiderten Eigenschaften, die unseren Alltag erleichtern dürften. Andererseits wecken vor allem freie Nanopartikel Befürchtungen. Welchen Einfluss haben die Winzlinge auf Gesundheit und Umwelt?

Diese Fragen müssen schnellstmöglich diskutiert und geklärt werden – interdisziplinär und unter Einbindung aller beteiligten Akteure. Denn nur wenn Nano-Sicherheitsforschung ernst genommen wird, kann die Nanotechnologie ihr immenses Potenzial entfalten. Dem verantwortungsvollen Umgang mit Technologien hat sich auch die Empa verschrieben, unter anderem durch die Organisation der «Nanotox 2008», der bislang grössten internationalen Konferenz zu diesem Thema, die vor kurzem in Zürich stattfand.

Um die Auswirkungen unseres Handelns geht es auch im aktuellen Fokus-Thema Ökobilanzen. Ob wir ein neues «Gadget» kaufen, Biosprit tanken oder zu einem Geschäftstreffen reisen – stets hinterlassen wir einen ökologischen Fussabdruck, belasten also die Umwelt. Mal mehr, mal weniger. Genau hier setzen die Lebenszyklusanalysen der Empa-ForscherInnen an; sie zeigen auf, wie und wo wir Energie und Resourcen schonen können. Die alten Römer hätten gesagt «Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!» Dieser Satz gilt bis heute: Was immer Du tust, handle weise und bedenke das Ende.

Aber auch sonst bietet die neuste Ausgabe der EmpaNews wieder viel Spannendes aus Wissenschaft und Technik, etwa eine Zeitreise zu den Anfängen der Fliegerei – oder gar in die Bronzezeit. Oder in die Zukunft der Materialwissenschaften, in der neue Werkstoffe am Computer «designt» werden. Viel Spass!


Forschung und Entwicklung

  • Rückflug in die Belle Epoque
    Der Traum vom Fliegen lebt. Genau Hundert Jahre nach ihrem Rekordflug soll das Flugzeug der Schweizer Luftfahrtpioniere Armand und Henri Dufaux noch einmal abheben. Die Wissenschaft ist gefordert, um den Nachbau des historischen Doppeldeckers sicher zu machen.
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  • «Intelligente» Materialien aus dem Computer 
    Vor rund einem Jahr hat an der Empa ein neues Computerzeitalter begonnen. Mit Hilfe eines neu installierten Hochleistungscomputers simulieren Forscher der Gruppe «Atomistic Simulation» unter anderem das Verhalten neuartiger Materialien – mit dem Ziel, die Entwicklung massgeschneiderter Materialien erheblich zu beschleunigen.
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  • Die auf Bakterien baut
    Nicht immer verlief der Lebensweg von Linda Thöny-Meyer geradlinig. Nicht, als sie sich als 19-Jährige für ein Studium an Uni oder ETH Zürich entscheiden musste, und auch nicht, als sie sich vermeintlich für immer von der Forschung verabschiedete, um Patentanwältin zu werden. Schliesslich obsiegten trotzdem die Liebe zur Wunderwelt der Mikrobiologie und das nicht nachlassende Interesse für biotechnologische Zusammenhänge. 2006 trat sie die Leitung der neu gegründeten Empa-Abteilung «Biomaterialien» an.
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Fokus: Ökobilanzen

  • Nachhaltig über den digitalen Graben
    «Internet für alle!» lautet eine Forderung in der Bildungspolitik. Und das besonders für Schwellen- und Entwicklungsländer, in denen nur eine Minderheit Zugang zu Computern hat. Doch wie lässt sich der digitale Graben überbrücken, so dass der Nutzen für die Gesellschaft möglichst gross, die Belastung für die Umwelt dagegen möglichst gering ausfällt? Ist der innovative 100-Dollar-Laptop «XO» oder der zweitverwertete Alt-Computer besser? Eine Empa-Studie liefert Antworten.
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  • «Wir müssen das Vorleben eines Produkts berücksichtigen» 
    Was ist umweltfreundlich? Um diese Frage zu beantworten, muss man sämtliche Umweltauswirkungen eines Produkts oder Prozesses während des gesamten Lebenswegs «von der Wiege bis zu Bahre» betrachten. Das Ergebnis einer solchen Ökobilanz oder «Life Cycle Analysis» (LCA) fällt oft überraschend aus, wie Roland Hischier, Empa-Fachmann für Ökobilanzen, im Gespräch mit EmpaNews erläutert.
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  • Die Wunder-Nuss für den Tank?
    Für die einen ist die Jatropha-Pflanze die perfekte Quelle für Biotreibstoff, für die anderen nur ein weiterer Holzweg auf der Suche nach neuen Energielieferanten. Empa-Forscher haben Ökobilanzen für den Anbau von Jatropha erstellt. Dabei schneidet die tropische Energiepflanze tatsächlich gut ab – zumindest wenn sie gleich vor Ort genutzt wird und wenn man die Verarbeitungsmethoden optimiert.Weiterführende Information: PDF des Artikels

                 
Wissens- und Technologietransfer

  • Nano-Gefahren im Brennpunkt
    Nano zwischen Hype und Hysterie: Die Diskussion um eventuelle Risiken der Nanotechnologie wird immer lauter. Die weltweit führenden Nanotoxikologen trafen sich im September zu einem Kongress in Zürich. Dabei wurde deutlich: Es gibt keinen Grund zur Panik, aber einige Fragen rund um die winzigen Partikel müssen dringend beantwortet werden.
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Dienstleistung

  • Bessere Strassen braucht das Land
    Hohe Erdölpreise machen nicht nur das Autofahren immer teurer, sie lassen auch die Kosten für den Strassenbau kräftig steigen. Denn einer der wichtigsten Bestandteile von Asphaltbelägen ist Bitumen, ebenfalls ein Produkt des «schwarzen Goldes». Wer sparen will, tut also gut daran, sich Gedanken zur Wiederverwertung des wertvollen Gutes Asphalt zu machen. Die internationale Gesellschaft für Asphaltbeläge (ISAP) stellte an ihrem Kongress im August Überlegungen ins Zentrum, die noch einen Schritt weiterführen: Asphaltbeläge zu bauen kann durchaus umweltfreundlich sein und zur Nachhaltigkeit beitragen.
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Kontakt

Beatrice Huber
Tel. +41 44 823 47 33
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