Klangholz Musikinstrumente, die während des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts gebaut wurden, weisen im Vergleich zu zeitgenössischen Instrumenten auf Grund besserer Holzeigenschaften vielfach eine bessere Klangqualität auf. Dendrochronologische Studien zeigen, dass der berühmte Geigenbauer Antonio Stradivari in den letzten Dekaden seines Schaffens (der sogenannten goldenen Ära) vorwiegend Fichtenholz von Bäumen verwendete, die während einer Periode mit längeren Wintern und kühleren Sommern (Maunder-Minimum) gewachsen waren. Das Klima führte zu einer langsameren und gleichmässigeren Holzbildung, schmalen Jahrringen, einer hohen Biegefestigkeit und geringer Dichte. Empa Studien zeigen, dass durch den gezielten Einsatz von holzzersetzenden Pilzen, die Rohdichte von olz deutlich vermindert, der Dämpfungsfaktor erhöht und die Biegesteifigkeit dagegen nicht nennenswert herabgesetzt werden. Das mit einem solchen Holzabbauprozess erzielte grössere Schallgeschwindigkeit-Rohdichte-Verhältnis führt zu einer ähnlichen Materialqualität des Klangholzes wie von Holz aus Bäumen, die während des Maunder-Minimums gewachsen sind. Die industrielle Umsetzung dieser Art der Holzmodifikation könnte Lieferengpässe von immer knapper werdendem, hervorragendem Klangholz durch die Vergütung von gutem zu eminentem Klangholz schliessen und den traditionellen Musikinstrumentenbau in Europa fördern. In diesem interdisziplinären Projekt, welches von der Walter Fischli-Stiftung gefördert wird, sollen die Grundlagen für ein definiertes und qualitätskontrolliertes Behandlungsprogramm entwickelt werden, damit die akustischen Eigenschaften von Klangholz reproduzierbar und unter standardisierten Bedingungen verbessert werden können. Kontakt Iris Brémaud |