Strasse und Schiene vergleichen Die Messstation bei Lenzburg ist ein wichtiger Teil des europäischen Projekts EUREKA Logchain Footprint. Dieses wurde Anfang dieses Jahres gestartet und soll Aufschluss über die Wechselwirkung von Verkehrsträgern und Infrastruktur geben. Dazu gehört auch eine weitere Messstation im niederländischen Zevenhuizen. Dort wird der «Fussabdruck» von Schienenfahrzeugen genommen und deren Umweltbelastung systematisch nach den gleichen Kriterien gemessen, wie dies die Empa in der Schweiz tut. Strasse und Schiene werden so vergleichbar. Am gesamten Forschungsprojekt sind Forschungsinstitutionen, Regierungsstellen und Firmen aus sechs weiteren EU-Staaten beteiligt, darunter Grossbritannien als Projektkoordinator. Dort werden unter anderem mit den Daten aus der Schweiz und den Niederlanden Kostenmodelle entwickelt. Bis in drei Jahren sollen zuhanden politischer Entscheidungsträger wissenschaftliche Grundlagen geschaffen sein, für die europaweite Einführung einer Schwerverkehrsabgabe, die sich an der Belastung der Infrastruktur und am Schadstoffausstoss des Fahrzeugs bemisst.
Mehr Güter auf die Schiene Bis zum Jahr 2010 wird in Europa mit einer Zunahme des Güterverkehrs um 30 Prozent gerechnet. Um den Verkehrsfluss auf der Strasse gewährleisten zu können, soll der Anteil der Güter, die auf der Schiene transportiert werden, erhöht werden. In der EU liegt er heute bei lediglich 15 Prozent. Mit ihrem «Weissbuch Mobilität 2001» hat sich die Europäische Union vor drei Jahren deshalb klare Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2015 sollen europaweit eine Maut für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen und einheitliche Kontrollgeräte eingeführt werden. Die Grundlagen dafür muss das Projekt EUREKA Logchain Footprint liefern. Die Schweiz spielt bei diesem Thema seit bald 20 Jahren eine Vorreiterrolle und erhebt mit der LSVA seit 2001 als erstes Land der Welt eine flächendeckende Abgabe auf den motorisierten Güterverkehr.
Matthias Kündig
Ansprechperson für inhaltliche Auskünfte Lily Poulikakos, Abt. Strassenbau, Tel. +41 44 823 44 79, lily.poulikakos@empa.ch Dr. Manfred Partl, Abt. Strassenbau, Tel. +41 44 823 41 13, manfred.partl@empa.ch
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